Soziokulturelles Zentrum "Anker" 
Offener Wettbewerb  zum Umbau und zur Neugestaltung
Leipzig 2014  


Titel der Arbeit: „Gordon was here“
 
Gestaltungsidee:
Mein ursprünglicher Ansatz war, dem „Anker“ einen „Knoten“ zu geben. Etwas, was den Anker an der Leine hält. Und die Leine führt wiederum zu einem Schiff, zu einer Arche, zu einer Kneipe, zu einem Tanzsaal, zum Kulturzentrum - zum Anker. Angekommen. Wer kommt eigentlich hierher? Aus Möckern kommen die hierher, aus Wahren auch und aus Gohlis noch. Da haben wir doch was im Netz! Drei Stadtteile und als Bindeglied der Anker. Alle Stadtteile werden grafisch erfasst, bereinigt von Straßen, Wiesen, Wegen, Tümpeln etc., so dass nur die Häuser übrig bleiben. In Stein verbaute Zeit und nun archäologisches Ornament. Stoff! Netz. Geflecht. In der Verschränkung der Stadtteile entsteht ein lebendiges Muster, welches dem Kundigen durchaus „lesbare“ Abschnitte preisgibt. Das Fries zieht sich als Wandmalerei in lebendiger Weise über alle Wände des Foyers und des anschließenden Projektraums. Der Farbauftrag erfolgt über geplottete Folien, so dass ein sauberer Verlauf aller Kanten gewährleistet ist. Die Farbgebung nimmt als erste Idee Farben des bestehenden Innenraumkonzeptes (Multifunktionsraum) auf. Der Tresen, gewünscht als funktionales Kunstobjekt, bezieht sich formal auf das ihn beherbergende (neue) Gebäude und zitiert ein Stück des oberen Gebäudeabschlusses. Die bauliche Grundstruktur des Tresens besteht aus beschichtetem Multiplex, welches außen mit Edelstahlflächen verkleidet ist. Diese Edelstahl-Ummantelung trägt wiederum die feinen eingelaserten Umriss-Linien des „Kartenwerks“. Anders als bei den Formen des Fries´, wo die Umrisse vollständig gefüllt und ohne Kontur sind, werden beim Tresen nur sparsame Kontur-Linien verwendet, um sich der Gliederung der Außenfassade anzunähern. Die Formen treten teilweise aus der zitierten Architektur heraus und verleihen dem Tresen ein vordergründig skulpturales Aussehen. Einige Elemente sind ausgespart und durchleuchten dezent die große Form des Tresens. Der Tresen ist für die erste Wettbewerbsphase nur zweidimensionsal, als Idee, skizziert. „Gordon was here“ greift das oft eingeritzte oder hingekritzelte „X oder Y was here“ auf. Das Geflecht der ineinander verschränkten Stadtteile schafft nicht nur ästhetische Substanz, sondern verknotet auch objektiv Gegebenes mit subjektiv Empfundenen.