Wurzen Ringelnatzpfad


„Die Löcher sind das Wichtigste im Sieb“ Das im Wettbewerb gegebene Thema bezieht sich auf eine Textstelle von Joachim Ringelnatz, der eine Weile in Torgau lebte. Der BBK Leipzig hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Torgau einen „Ringelnatz-Pfad“ konzipiert, der über mehrere Jahre in Wettbewerbsart mit Kunst bestückt werden soll. Mit meiner Idee beziehe ich mich auf die Stele Nr.1 im Rosental. Initial für die Auswahl ist das „bestehende“ Loch eines Mühlsteins, welcher dekorativ, als skulpturales Objekt, im Park platziert ist. Das Loch dieses Mühlsteins - negativer Raum, wird durch eine Abformung materialisiert, und diese entstandene Form wird auf der Stele in Korrespondenz zur Sandsteinskulptur gesetzt. Das Material - Aluminium - wird mit der Technik des „Guss mit verlorener Form“ eingesetzt und der leere (negative) Raum des Mühlsteins materialisiert sich und wird zum Träger eines wiederum immateriellen Abbildes, da die polierte Oberfläche des Aluminiums das Bild der gegenüberliegenden Stele, malerisch gefiltert durch den Mattglanz der Oberfläche, reflektiert. Als schwierig sind besonders die vorgefertigten Stelen zu betrachten, die die Ideenfindung stark einschränken, da das Material als nicht gerade wertig empfunden wird, und eine vormontierte Plakette die Erscheinung doch sehr volkstümlich erscheinen lässt. In Absprache mit der Jury konnte ich diese jedoch entfernen und die Oberfläche mit eigenem Material überdecken, welches die Oberfläche mit starkem Duktus horizontal strukturiert.